Mittwoch, 29. September 2010

Futtern ohne Grübelei - schade, dass es zum Abschied war!

Leider gibt es in meinem täglichen Umfeld viele Menschen, die sich schon allein dadurch angegriffen fühlen, wenn ich kommentarlos ein Tofubrot oder einen Sojapudding esse. Schon alleine dann werde ich nach kurzer Zeit in Gesprächen (die ich ja nicht mal beginne und in denen ich mich zurückhalte, überschwänglich mit Wahrheiten zu argumentieren) als militante Missionarin hingestellt (Ihr übrigens auch, wir sind alle wie die Zeugen usw.!). An sich stehe ich da natürlich drüber. Aber es ist schon schön und entspannend, wenn man ab und an Menschen über den Weg läuft gleiche Ansichten und Einstellungen haben.
Zugegeben - bisher tendiert die Anzahl an Veganern, die ich in meinem alltäglichen Umfeld kenne eher gegen nicht existent. Leider verlässt nun auch mein einziger veganer Kollege die Firma.

Zum Ausstand gab es Semmerli mit selbstgemachtem Sonnenblumenkern-Brotaufstrich.
Das Grundrezept findet man hier. Es gab den Aufstrich mit Oliven und getrockneten Tomaten. Voll lecki - und vor allem war es schön, einfach futtern zu können - mit der Gewissheit, dass Essen ist clean.

Wie sieht es denn in eurem Umfeld aus - habt ihr eher viele vegane Bekannte oder haltet ihr auch eher noch erfolglos Ausschau?

Kommentare:

  1. Das ärgert mich auch immer, dass man sich dafür IMMER rechtfertigen muss.... Ich frag doch auch nicht "Warum isst du ein Brot mit ECHTER Salami?". Zugegeben, ich erkläre schon gerne die einzelnen Bestandteile des Salami-Belages ;-) Aber da hört mir auch niemand mehr zu ;-)

    Veganer kenne ich nicht, also "nur" vom Internet, aber da wiederum sehr viele. (Ich bin ja auch nur Vegetarierin...)

    Ganz "reine" Vegetarier kenne ich auch nicht. Eine Arbeitskollegin ist Vegetarierin (isst aber Fisch), aber die ist jetzt auch schon nicht mehr da. Mein Freund isst NOCH ca. 1x die Woche Fleisch. Ach ja, meine Frisöse ist Vegetarierin ;-) Aber ansonsten kenne ich keine, echt erschreckend wie wenige es doch gibt..

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  2. Ich kenne dein Problem :)

    Also ich hatte auch lange Zeit keine Veganen Bekannte. Aber schließlich ist meine beste Freundin vegan geworden, ebenso wie meine zwei besten Freunde (die ich zwar auch nur selten sehe, aber immerhin etwas ;) ). Seit dem veranstalten meine Freundin und ich regelmäßig vegane Kochabende. :)

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  3. Mein Liebster ist auch vegan - und das alleine ist schon mal Gold wert! =)
    Ansonsten kenne ich schon einige Veganer, doch.... aber man ist vor allem via Internet in Kontakt, in meiner direkten Umgebung sind da eigentlich leider auch keine, ausser meinem LG....

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  4. Danke für den Hinweis zum Rezept.

    Ich glaube, der "andere Mensch" fühlt sich einfach angegriffen und fährt direkt mit Verteidigung auf anstatt mit Neugier und Toleranz.

    Liebe Grüße

    Karin

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  5. Sehr schade dass dein Kollege euch verlässt. Jemanden zu haben der die gleichen Ansichten hat ist Gold wert!
    Leider habe ich keine veganen Freunde oder Bekannte. Ich habe auch nahezu keine vegetarischen Freunde. Ich habe mir schon überlegt einen kleinen veganen Stammtisch zu gründen, traue mich aber nicht so recht...

    Die Angriffe und das "Sich-Rechtfertigen-Müssen" kenne ich nur allzu gut. Mein Chef z.B. schaut immer alle Packungen an die so in meinem Büro-Kühlschrank stehen, ob auch ja nichts tierisches drin ist. Er kann sich nicht vorstellen dass man sich vegan ernähren kann. Das ist so anstrengend.

    Meine besten Freunde akzeptieren es zum Glück. Wobei ich auch manchmal denke dass sie mich für ein wenig verrückt halten. Aber wenigstens muss ich mich bei denen nicht rechtfertigen.

    Liebe Grüße,Mieze Katz

    PS: Ich mag deinen Blog total gerne, weiter so...

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  6. Ich habe eine vegane Bekannte, die ich allerdings aus dem Internet kenne, ansonsten eben Internetbekanntschaften. Ich möchte aber nächsten Monat auch mal auf ein Veganer-Treffen in meiner Umgebung gehen.
    In meinem privaten Umfeld gibt es einige wenige Vegetarier.
    Mein Mann ist zwar Omni, isst aber aus ökologischen und haushaltspraktischen (ich kaufe ja ein) Gründen fast immer vegan und auf der Arbeit sogar fast immer vegetarisch, es sind eher seltene Einladungen und Feste auf denen er tatsächlich Fleisch isst.

    Also wirklich fies angegriffen, so wie du das beschreibst wurde ich bisher eigentlich noch nicht, manchmal gibt es Leute die sich ja so suuuperwitzig finden, wenn sie Sprüche wie "Veganer haben keinen Spaß im Leben", und "die Kühe sind nur dazu da um gegessen zu werden" rausposaunen, ohne das ich es angesprochen hätte. Aber solche Leute sind gottseidank die Ausnahme und begegnen mir echt selten.

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  7. Ja, deine Erfahrung kann ich leider mit meiner Erfahrung auch bestätigen. Für Vegetarier haben ja einige noch Verständnis, aber Veganer geht ja gar nicht, "das ist ungesund, extrem und unverantwortlich". Da wissen es alle besser, obwohl sie es nie probiert haben, nie mit einem Arzt darüber geredet haben und sich während der veganen Ernährung auch nicht die Blutwerte haben kontrollieren lassen. Aber, bei solchen Leuten sag ich auch nichts mehr, den bei denen weiß ich, dass sie zumindest bei diesem Thema oberflächlich sind.

    Ich hab einige Vegetarische Freunde (8) und ein vielfaches mehr an Bekannte. Das beste ist, dass meine Frau auch Vegetarierin ist und wir eigentlich fast Vegan leben.

    Komischerweise hat sich auch unser Baby gesund entwickelt obwohl meine Frau die ersten 3 Monate kaum was essen konnte, wegen ständiger Übelkeit und Erbrechen und das ohne irgendwelche Tabletten.

    Leider habe ich die gleichen Erfahrungen gemacht wie du, hier mit unseren Kollegen. Aber wenn es anfängt zu frösteln, und ich nicht mehr mit dem Fahrrad fahren kann, werde ich wieder was von zu hause mitnehmen und dir Gesellschaft leisten ;-)

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  8. Wenn mich jemand fragt, warum ich so oder so esse, dann schalte ich oft gleich den "Strahle-Modus" ein, und erzähle, wie gut ich mich fühle, seit ich keine Milchprodukte mehr esse, und dass ich so lecker essen und und und. Meistens sind sie dann so ein bisschen geflasht von mir, und dann fällt ihnen gar nicht soviel Blödsinn ein. Ich erzähle immer von meiner Perspektive (also wie ICH mich fühle als Veganerin, was für MICH richtig ist), anstatt Fakten anzugeben, weil meine Wahrheit kann mir keiner nehmen.

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  9. So in Etwa handhabe ich es auch. Wenn es nicht immer die gleichen Leute wären,, die immer wieder anfrangen... irgendwann wirds echt zäh!
    Ich finde es schon super, sich "wenigstens" im Internet mit anderen Leute darüber unterhalten zu können, sich auszutauschen, etc. - Das möchte ich nicht missen. Ich empfinde es nur oft wieder ernüchternd, wenn man dann in der Realität aufschlägt. (nein, nein, ich nehme keine Drogen und glaub an Zauberponies ;-) )

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  10. Ich muss sagen, dass ich es sehr schade finde, dass so viele hier schlechte Erfahrungen gemacht haben! Ich persönlich bin zwar weder Veganer noch Vegetarier, finde beide Ernährungsformen aber durchaus richtig und auch wichtig. Blöde Kommentare kommen sicher meist nur von Leuten, die sich nicht wirklich damit oder überhaupt mit Ernährung beschäftigt haben...
    Aber falls es euch "tröstet", selbst wenn man prinzipiell Fleisch, Fisch und Milchprodukte isst (wenn auch nur wenig und zu 95% nur Bio), aber dabei eben Prinzipien hat, trifft man auf Unverständnis. Ich esse z.B. nichts was vom Aussterben bedroht ist bzw. durch dessen Fang das Aussterben anderer Tiere bedingt ist. Wirklich kein großer Verzicht - aber ich bin trotzdem schon "so ein Öko" und "komisch". Oder die Reaktion von einer Freundin auf meinen konsequenten Boykott von McD & Co.: "Bist du doof? Was isst du denn dann unterwegs?" Hä!?
    Was ich eigentlich sagen möchte: Ignoriert bitte blöde Kommentare! Ihr macht das schon richtig so! Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie und was er essen möchte. Ich finde missionieren von beiden Seiten nicht in Ordnung. Man kann seinen Standpunkt erklären, darüber auch diskutieren, aber am Ende sollte man die Entscheidung anderer akzeptieren. Aber leider wird es wohl immer ignorante Menschen geben...

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  11. ich hab gleich 5 veganer in meinem bekanntenkreis :)
    einmal meine beste freundin, dann einer meiner besten freunde, 2 leute auf meiner schule und ein anderer freund. 2 kamen sogar durch mich dazu. ist cool, da wir auch manchmal gemeinsam kochen oder backen :)

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  12. Bin derzeit "Umsteigerin" von vegetarisch auf vegan.

    Als Vegetarier habe ich hier in Köln unerwartet gute Erfahrungen gemacht: Was auch immer ich an Essen aufgetischt habe, es war immer halal (für Moslems akzeptabel - und wir haben hier in den Schulen eben zum Teil mehr als die Hälfte Moslems).

    Nerven tun halt Leute, die weder Ahnung noch Erfahrung mit vegetarischer Ernährung haben: Unsere fünf Kinder und wir sind seit neun Jahren fleischlos und bestenfalls "auffällig gesund".

    Wenn man dann ungebetene Vorträge von Ahnungslosen bekommt, möchte man fast mit Ralph Waldo Emerson einen deutlichen Spruch über das Morden an Tieren loslassen.

    Manchmal denke ich, dass ich da in nächster Zeit offensiver werden möchte. Also eher nach dem Motto: Ach wissen sie, wir alle wissen doch, dass das mit dem Fleisch in Wirklichkeit nicht in Ordnung ist. Und wer es abartig findet, dass in China Hunde gegessen werden, versteht durchaus, dass ich es abartig finde, Tiere für meine Ernährung zu töten....

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  13. es scheint echt überall das gleiche zu sein... Hier mal der Standart Dialog.. wie du ist kein Fleisch??? aber Fisch!?...Nein...und was ist mit Hühnchen??... Ähm? Ich esse kein totes Tier... aha - ja ich sollte auch weniger essen -hm - aber das Tofuzeugs ist ekelig und über haupt ich esse gern fleisch - und außerdem ist Soja Genmaipulliert... aha - und was bekommt Dein Schnitzel zu lebzeiten zu fressen??? usw..
    den Umstieg auf fast Vegan hab ich ner Lebensmittelunverträglichkeit auf Tiermilch und Ei zu verdanken... seitdem hält sich das geläster in Grenzen - "die arme kann ja nix dafür" zwinker...
    Es gibt aber auch viele die wirklich interessiert sind und fragen stellen ohne nen blöden Spruch abzulassen.
    im großen und ganzen - läuft es ganz gut...

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  14. Vor einem Jahr war in der Uni-Mensa und dort wurde am Tisch erst einmal ausgiebig über Veganer abgelästert wurde. Allerdings ging es nie um deren Ernährungsweise oder die Einstellungen gegenüber Tierleid, mit denen die wenigsten ein Problem zu haben schienen, sondern über deren FANATISCHE und MISSIONARISCHE Einstellung.

    Kürzlich hat mir eine Mitstudentin von einer veganerin zwei Semster unter uns erzählt, die sie zufällig in der Bahn getroffen hatte. Meine Mitstudentin wollte zu dem zeitpunkt gern Vegetarierin werden und sich natürlich über alles erkundigen.
    Die Veganerin erzählte ihr prompt, dass ja Vegetarier genauso schlimm seien wie Leichenfresser, etc. etc.
    Das war am nächsten Tag Gesprächsthema unter uns. Eine vegetarische Freundin hat sich darüber tierisch aufgeregt, weil sie (genau wie ich) denke, dass Vegetarier sehr wohl weniger Tierleid verursachen (man denke nur an die Schweine, Puten, Fische, etc.).

    Das Problem ist einfach, dass viele Veganern, denen man begegnet, einfach unverschämt sind, wenn sie mit ihren "genauso scheiße wie"-Meinungen auflaufen. Das geht natürlich zu Lasten derjenigen Veganer, die einfach nur unbekümmert ihren Lebenstil leben wollen, ohne dafür blöd angemacht zu werden.

    Ich persönlich finde vegan an und für sich eine gute Sache. Aber mit den radikalen veganern selbst will ich in der Regel als Omni (ex-vegetarier und ex-angehender-veganer) absolut nichts zu tun haben. Von den freundlichen veganern sieht man im echten leben leider nie etwas, weil sie nicht mit der "ich bin ein besserer mensch als du"-haltung durch die Gegend latschen.

    Klar gibt's auch regelrechte Fleischfanatiker, aber die kann man als normaler Omni auch in die Tonne kloppen, weil deren Argumente in der Regel genauso absurd sind wie die der radikalen Veganer.

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  15. Ich versuche gerade einen anderen Ansatz, weniger vom Tierleid her, dass ja allen eh egal is, weil sie ja die *höheren Wesen* sind, zu: es ist einfach gesundheitlich Mist, tierische Produkte zu essen, erst recht in den Mengen in denen man sie als Normalesser isst, nämlich 3 mal täglich...

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