Mittwoch, 29. September 2010

Futtern ohne Grübelei - schade, dass es zum Abschied war!

Leider gibt es in meinem täglichen Umfeld viele Menschen, die sich schon allein dadurch angegriffen fühlen, wenn ich kommentarlos ein Tofubrot oder einen Sojapudding esse. Schon alleine dann werde ich nach kurzer Zeit in Gesprächen (die ich ja nicht mal beginne und in denen ich mich zurückhalte, überschwänglich mit Wahrheiten zu argumentieren) als militante Missionarin hingestellt (Ihr übrigens auch, wir sind alle wie die Zeugen usw.!). An sich stehe ich da natürlich drüber. Aber es ist schon schön und entspannend, wenn man ab und an Menschen über den Weg läuft gleiche Ansichten und Einstellungen haben.
Zugegeben - bisher tendiert die Anzahl an Veganern, die ich in meinem alltäglichen Umfeld kenne eher gegen nicht existent. Leider verlässt nun auch mein einziger veganer Kollege die Firma.

Zum Ausstand gab es Semmerli mit selbstgemachtem Sonnenblumenkern-Brotaufstrich.
Das Grundrezept findet man hier. Es gab den Aufstrich mit Oliven und getrockneten Tomaten. Voll lecki - und vor allem war es schön, einfach futtern zu können - mit der Gewissheit, dass Essen ist clean.

Wie sieht es denn in eurem Umfeld aus - habt ihr eher viele vegane Bekannte oder haltet ihr auch eher noch erfolglos Ausschau?

Dienstag, 21. September 2010

Veganer Brotbelag: darf's etwas mehr sein? (1)

Nicht immer kann es aufwendige, frisch gekochte Gerichte geben. Ob es nun am Zeit-, Zutaten- oder Motivationsmangel liegt sei dahingestellt. Nicht weniger lecker können aber auch gute Brote mit verschiedenstem Belag sein. Ob Unterwegs, zum Frühstück, Abendessen oder Zwischendurch, ob mit Salat dazu oder pur, ob fruchtig, cremig oder herzhaft - Veganern steht eine wirklich große Auswahl an leckerem Brotbelag zur Verfügung. An dieser Stelle zunächst mal drei meiner derzeitigen Lieblinge:

Avocadoaufstrich mit Salatkernen
Der Aufstrich ist einfach schnell selbst zubereitet. Alles was ihr braucht ist eine reife Avocado. Schneide euch ein Stück ab und zerdrückt es etwas mit der Gabel. Würzt es dann mit ordentlich Salz, Pfeffer und Muskat und vermengt das nochmal grob. Nach Belieben kann auch Knoblauch und/oder Zitronensaft dazu gegeben werden. Damit ab aufs Brot und eine Mahlzeit, reich an ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen sowie Kalzium und Kalium genießen. Wenn zur Hand schmecken ein paar Sonnenblumen, Kürbis oder Pinienkerne dazu gut, oder einfach Tomaten, Gurken oder Paprika.

Schnittlauch Streich
Es handelt sich um einen pflanzlichen Aufstrich von der Firma Zwergenwiese. Es gibt viele weitere Sorten (Basilikum, Paprika, Tomate, Rucola und und und). Ich hab viele "ähnliche" Aufstriche versucht, die aber alle geschmacklich nicht an Streich herankommen. Einfach ab aufs Vollkornbrot damit und evtl. noch etwas Gestrüpp dazu - fertig. :-)

Erdnussbutter mit Marmelade
Eine der wenigen Kombination in denen ich helles Brot/Brötchen mag. Erdnussbutter gibt es inzwischen in jedem Supermarkt und eigentlich sollten alle Sorten vegan sein (einfach darauf achten beim Kauf - man kann ja nie wissen, was reingemanscht wird). Gut schmeckt Erdnussbutter mit einer dünnen Schichte Marmelade, Gelee oder Mus darauf - ob Hagebutte, Erdbeere, Pfirsich. Mjammi!



Und von daher: auf die Schnitten, fertig... mampf!

Mittwoch, 15. September 2010

Krümelmonstermuffins zum Verkrümeln


Das Krümelmonster - dazu gibts ausnahmsweise kein Geblubber!
Jeder kennt es: blau, zielstrebig, hungrig!
Und so macht ihr euch eure eigenen Krümelmonsterschokomuffins zum Verkrümeln:

Für den Rohlingteig braucht ihr:
* 200 g Margarine
* 200 g Zucker
* 1 Packerl Vanillezucker
* 3 NoEggs (wahlweise auch Speisestärke oder Sojamehl)
* 500 g Mehl
* 1 1/2 Packerl Backpulver
* etwas Haferdrink
* 100g gehackte Zartbitterschokolade

Zum dekorieren:
* 100g Kokosraspel
* 1 Packerl Marzipanrohmasse
* 24 Zartbitterschokotropfen
* Puderzucker, Wasser (oder Zitronensaft)
* blaue Lebensmittelfarbe, flüssig
* 12 oder viele runde vegane Kekse (je nach handwerklichem Geschick)

Dann kann es los gehen:
Punkt 1: auf die Uhr gucken und Zeit merken. Dann kann es los gehen!
Als Erstes müssen die "Rohlinge" gebacken werden. Vermischt dazu zunächst die trockenen Zutaten für den Teig (Zucker, Vanillezucker, Mehl, Backpulver, gehackte Schokolade). Dann die Margarine in geschmolzenem Zustand zusammen mit den angerührten NoEggs dazu geben und grob verrühren. Haferdrink zugeben und unterrühren bis der Teig die richtige Konsistenz hat (nicht zu flüssig werden lassen, muss schon noch etwas "zäh" sein). Dann sofort in den Muffinförmchen verteilen und bei 180° gut 20 Minuten backen. Bei der Zubereitung des Teiges für die Rohlinge zügig vorgehen und den Teig nicht tot rühren, sonst kann es euch passieren, dass die Muffins nicht schön aufgehen.

In der Zwischenzeit könnt ihr schon mal die Augen anfertigen. Dazu die Marzipanmasse zunächst mit etwas Puderzucker verkneten bis sie geschmeidig wird und sich gut formen lässt. Den Marzipanklumpen dann in 24 Stücke aufteilen und darauf mit den Handflächen möglichst runde Augenbollern formen. Schokotröpfchen als Pupillen reindrücken.

Färbt jetzt die Kokosraspeln in einer Schüssel mit Lebensmittelfarbe ein. Wie viel ihr von der Farbe braucht hängt etwas mit der Qualität zusammen und mit der Farbitensität, die ihr euch wünscht. Daher einfach nach Gefühl vorgehen und immer schön die Klümpchen zerdrücken. Die Raspeln saugen die Flüssigkeit gut auf.

Aus Puderzucker und Wasser (oder Zitronensaft) zusammen mit Lebensmittelfarbe in einer Schüssel (nicht zu groß) Zuckerguss anrühren. Der sollte relativ "zäh" sein, damit die weiteren Schritte gut von der Hand gehen.

Wenn die Muffins etwas abgekühlt sind geht es zuerst mit dem Kopf in das Zuckergussbad. Dabei darauf achten, dass auch die Seiten mit eingetaucht werden. Anschließend kommen die Guten sofort, ebenfalls kopfüber, in die Schüssel mit den Kokos. Wenn sie an allen Stellen mit Kokos bedeckt sind zum Trocknen abstellen.

Um ihnen eine Identität zu verleihen klebt jedem von ihnen zwei der Marzipanaugen mit Zuckerguss auf den Hinterkopf. Die solltet ihr einige Zeit, bis der Guss etwas angetrocknet ist leicht andrücken. Kaum schauen sie einen dann so an, ist klar was sie wollen... Karotten! Schneidet daher Kekse in eine passende Form und Größe und schneidet den Monstern vorsichtig ein Mäulchen ein. Dahin dann die Kekse stecken und evtl. mit etwas Zuckerguss
fixieren, je nachdem wie es hält.

Dann schaut auf die Uhr und denkt: oh?!

Fertig :-)

Hinweis: ich verwende ein Muffinblech und zusätzlich Papierförmchen in den Muffinmulden. Ich finde es für den Weitergebrauch, den Transport, die Aufbewahrung einfach praktischer und man verringert die Gefahr, dass den Rohlingen bei der Dekoration etwas zustößt. Wenn ihr keine Papierförmchen verwendet, solltet ihr das Muffinblech zum Backen einfetten. Bei diesem Rezept ist bei meinem Blech etwas mehr Teig als für die 12 Förmchen vorhanden. Also nehmt evtl. etwas weniger der jeweiligen Zutaten.
Ich backe allerdings meist noch 2 oder 3 Muffins in einfachen Papierförmchen mit. Die werden etwas flacher (zu sehen an den Blauen Monstern auf dem Foto) aber für einen Geschmackstest oder für Leute die kein Kokos mögen allemal akzeptabel!




Fazit: die Monsterlein kommen fast immer, nicht nur bei Kindern, super an. Sind leider auch echt zeitaufwändig.
Dass ihr auf dem einen Foto mitunter viele grüne Monster sehen könnt ist definitiv optische Täuschung >:)

Nachtrag: Wenn ihr Zitronensaft anstatt Wasser verwendet, probiert das vorher mit einer kleinen Menge der Farbe aus und schaut, wie die reagiert. Die Blaue, die ich das letzte Mal verwendet hatte, wurde eher türkis davon ;-)

Mittwoch, 8. September 2010

Dinkelvollkornbrot mit Sprossen und Nüssen

Zugegeben, nachdem meine Sprossenzucht gestartet war, ist sie mir schnell über den Kopf gewachsen. Mit dem ein oder anderen Brot/Salat mit Sprossen darauf wäre ich gar nicht mehr Herr geworden. Zudem war die Sprossenmischung, die ich gezogen habe pur geschmacklich jetzt nicht der Oberhammer. Also habe ich gestöbert, was sich mit dem Gestrüpp noch anfangen lässt.
Als Lösung des "Problems" habe ich letztendlich ein Dinkelvollkornsprossenbrot mit Nüssen gebacken.

Für einen riesenoschigroßen Leib Brot braucht ihr Folgendes:

* 1kg Vollkorndinkelmehl (kann auch mit Weizenmehl gemischt werden)
* 2 Packerl Trockenhefe
* ~ 500 Pflanzenmilch oder Wasser (oder gemischt)
* 10 EL Sprossen, gemischt - kann auch gern mehr sein!
* 5 EL Nüsse nach Wahl
* 1 TL Zucker
* etwas Salz

Die Zubereitung ist denkbar einfach:

Alle Zutaten zu einem Teig verkneten und den dann an einem warmen Ort etwa 60 Minuten in Ruhe gehen lassen. Dann auf ein vorgewärmtes Blech mit Backpapier legen und oben ein paar mal quer einschneiden.
Im vorgeheizten Ofen bei 180° 50 bis 60 Minuten backen. Das Brot dann am Besten auf einem Holzbrettchen abkühlen lassen.


Fazit: Ich lieeeeebe selbstgebackenes Brot. Der Geschmack der Sprossen war nicht sehr präsent. Ich weiß nicht, ob man noch mehr verwenden sollte. Einem schlechten Gewissen, dass ich beim Wegwerfen der Keimlingebekommen hätte, hat es aber gut vorgebeugt :-).
Das Photo ist von dem zweiten Brot, dass ich die Tage gebacken habe - ohne Sprossen (optisch kein großer Unterschied) mit mehr Nüssen. Aus dem Brotteig lassen sich auch gut Brötchen formen. Diese dann nur ca. 20 Minuten backen!

Freitag, 3. September 2010

Vanille-Zimt-Puddingcremekuchen

Diesmal gibt es wieder etwas für die Naschkatzen unter uns: Puddingcremekuchen! Nachdem ich mir vor Kurzem Seidentofu gekauft hatte zum Ausprobieren, habe ich durch einige Rezepte gestöbert. Bei vielen Rezepten, die ich gefunden habe wird Seidentofu für Schokomousse verwendet, das werde ich bei Zeiten auch noch testen. Das Rezept das ich mir diesmal ausgesucht habe und als Basis für den Kuchen verwendet habe, heißt eigentlich "veganer Käsekuchen". Es hat meiner Meinung nach allerdings nichts mit Käsekuchen zu tun. Muss es auch nicht.

Zutaten sind Folgende:
* 175g Margarine
* 2 TL Backpulver
* 500ml Sojamilch oder Sojavanilledrink
* 350g Zucker (etwas mehr, wenn kein Vanilledrink verwendet wird)
* 300g Vollkornmehl
* 1 EL Sojamehl
* 400g Seidentofu
* 80g Speisestärke
* 250 ml Sojasahne
* 1 Packung Puddingpulver Vanille
* 3 TL Zimt
* evtl. Vanilleschote

Gebacken wird so:
Für den Boden zunächst Margarine, 150g Zucker, Sojamehl und Wasser vermengen. Das Mehl mit dem Backpulver, dem Zimt und evtl. etwas echter Vanille vermischen. Die Flüssigkeit mit der Mehlmischung zusammen einem Teig kneten. Diesen dann in einer gefetteten Springform verteilen.
Den Ofen kann man an dieser Stelle schon mal auf 180° vorheizen.
Dann den Seidentofu pürieren und zusammen mit der Stärke und dem Puddingpulver mit einem Teil der Sojamilch glatt rühren. Anschließend den Rest der Sojamilch sowie die Sojasahne und 100 bis 150g Zucker dazugeben und alles gut verrühren. Diese Crememasse dann mit in die Springform auf den Boden geben und den Kuchen dann etwa eine Stunde backen und währenddessen schmachten.

Fazit: Hm, der Kuchen wurde quasi dreistöckig, das finde ich immer ganz lustig :-).
Direkt aus dem Ofen, noch ganz heiß schmeckt er am leckersten. Ansonsten kann ich Vollkornmehl für Kuchen sehr empfehlen, ich mag es sehr gern, schmeckt irgendwie nach mehr!